Beitrags-Archiv für die Kategory 'Neuseeland'

Kultur und Natur.

Freitag, 14. Januar 2011 16:58

Wenn man so durch Neuseeland reist, könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, man ist im Bayerischen Wald unterwegs. Man trifft dort auf fast genauso wenige Kiwis (und genauso viele Deutsche). Wenn man dann doch den einen oder andere Bewohner treffen möchte, sollte man sich am besten in einer Maori-Kneipe einfinden. Nachdem die ersten kritischen Blicke ausgetauscht und die anfängliche Befremdung überwunden ist, kann man den Einheimischen bei unterschiedlichsten traditionellen Maori-Riten zusehen. Einige dieser Riten beinhalten das Einflößen alkohlischer Substanzen zum Erreichen eines transzendenten Zustandes, rhetorisches Säbelrasseln mit anschließender Tanzeinlage und beschwingtem Fäusteaustausch (oder auch Alltags-Haka genannt), Einbinden der Fremdländer durch Annäherungsversuche ohne Umschweife (unabhängig vom Geschlecht aber mit unterschiedlicher Intuition), Knüpfung geschäftlicher Kontakte auf halblegaler Basis und Verbrüderung mit anschließendem Hongi (Naseaneinanderreiben zur gegenseitigen Verabschiedung und Wertschätzung). Willkommen im Maori-Land.

Gerade das East Cape auf der Nordinsel Neuseelands ist noch am stärksten von den Ureinwohnern besiedelt. Selbst das ungeschulte Auge erkennt das sofort, denn je näher man der Ostküste kommt, ums so tiefer liegen die Autos. Und um so breiter werden die Muttis die darin sitzen. Das kann man sich ein bisschen wie ein R’n'B-Musikvideo vorstellen, nur eben mit weiblichen Gangstern (und ohne Slow-Motion-Effekt).

Landschaftlich ist das East Cape aber auch sehenswert. Man kann dort zum Beispiel an einem Leuchtturm beobachten, wie das Sonnenlicht zum ersten mal am Tag Festland auf der Erde erreicht. Weiter östlich geht es nicht. Und noch ein Licht geht einem auf, wenn man so durchs Land fährt: die Kiwis lieben ihre Extreme. In Neuseeland gibt es die steilste Straße der Welt, die seltensten Tierarten, den höchsten Turm der südlichen Hemisphäre und – auch wenn das nicht offiziell gelistet wurde – die meisten Kunst-Galerien der Welt. In jedem Kuhkaff findet man mindestens ein Schild, das auf eine öffentliche oder private Kunst-Galerie hinweist. Die Qualität der dort gezeigten Arbeiten stellt weitere Rekorde auf. Das Spektrum reicht von “hässlichstes künstlerisches Tassendesign der südlichen Hemisphäre” über “gelangweilteste Hausfrau mit höchstem Künstleranspruch der Welt” bis bin zum “talentfreiester Künstler des ganzen Universums”. Besonders auf der Südinsel scheinen die künstlerischen Ambitionen der Menschen sehr stark ausgeprägt zu sein.

Wie gut, dass man sich bei soviel Kunst und Kultur einfach in die Natur retten kann. Denn davon hat Neuseeland extrem viel zu bieten. Es gibt hier Orte, die sind zum Weinen schön. Einer davon heißt sogar Paradise (und ist auch nicht weit davon entfernt, eines zu sein). Andererseits könnten die feuchten Augen aber auch von den tausenden von Stichen kommen, die man sich hier von den Sandflies einfängt. Einmal gestochen, tausenmal gekratzt – und schon hat man garantiert die nächsten drei Wochen eine schöne Erinnerung an einen schönen Ort.

Die Fauna Neuseelands hat glücklicherweise noch mehr zu bieten. Neben Wale, Delfine, Taucher, Robben, Kiwis, Seelöwen und – elefanten sind v.a die Pinguine sensationell. In Oamarau kann man die Tiere hautnah erleben. Man setzt sich bei Dämmerung einfach an’s Pier und wartet. Es dauert nicht lange bis man umgeben von kleinen Frackträgern ist, die sich auf ihren Weg zur Bettruhe machen. Vorher wird aber noch ordentlich Lärm gemacht.

Und wer von nun immer noch nicht den Reiz dieses Landes erkannt hat, der sollte sich in Christchurch zum Frühstück in ein Cafe sitzen und einfach darauf warten, dass einem ein Ziegel aufs Frühstücksteller fällt. Weil dann zeigt Mutter Erde seine wahre Stärke und rüttelt uns wieder richtig wach. Oder war’s doch nur der Subwoofer der vorbeifahrenden Maori-Gang?

Bilder gibt’s hier:

North Island: http://www.suitcasestories.de/bilder/39_new_zealand_north_island

South Island: http://www.suitcasestories.de/bilder/40_new_zealand_south_island

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Heute aus der Reihe: Touristen fotografieren Touristen

Dienstag, 11. Januar 2011 13:03

Gesehen in Toetoes Bay (NZ)

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Toiletten-Deutsch.

Sonntag, 26. Dezember 2010 20:13

Gefunden in Fox Town (South Island – NZ)

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Frohe Weihnachten.

Donnerstag, 23. Dezember 2010 9:29

Gefunden in Arrowtown (South Island – New Zealand)

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Carre Vanderson.

Dienstag, 14. Dezember 2010 22:40

Es gibt in Neuseeland eigentlich nur einen richtigen Weg zu reisen, nämlich mit einem Campervan. Klar, man kann sich so einen weißen Riesen rauslassen, bei dem der Weichspülgang inklusive ist.

Nein, mit Campervan meine ich (im Idealfall) einen alten Transporter, der von mehr oder weniger kundiger Hand zum Ferienmobil umfunktioniert wurde. Einen Vertreter dieser Spezies, darf ich seit fast einem Jahr mein Eigen nennen. Er hört auf den Namen “Carre Vanderson”.

“Carre Vanderson” ist eigentlich – auch wenn sein Name eher auf nordisches Blut hinweist – Japaner. Sein mächtig chromblitzender Grill und die Doppelscheinwerfer zeugen von einer Zeit, in der noch aus dem Vollen geschöpft werden durfte. Hier fallen nicht schon beim ersten schiefen Blick die irreführenden Plastikblenden ab.

Mit seinen 23 Jahren ist er ein alter Hase im Gewerbe und natürlich haben sich diese Erfahrungen an der einen oder anderen Stelle tief in seine Blechhaut eingegraben. Stolz trägt er seine Narben durchs Land, wie auch seine Tatoos.

Aber Herr Vanderson begeistert nicht nur durch seine äußere Erscheinung. Nein, er möchte auch mit inneren Qualitäten punkten: beispielsweise mit einem Soundsystem, das seinen Namen verdient. Hier dringt man in Klangwelten vor, die man nicht einmal ansatzweise erahnen konnte (und wollte). Verführerisch wirkt da der dezent in die Küche integrierte Tieftöner, minimalistisch garniert mit den exzentrischen – da mobilen – Satelliten-Hochtönern. Und wer glaubt Retro ist out, sollte sich das fetzige Casetten-Deck reinziehen, das das Herz der Anlage darstellt. Da rockert jede Fetz!

Hightech bietet nicht nur das Soundsystem. Auch für die Überwachung der wichtigsten Funktionen haben sich die Ingenieure etwas Feines ausgedacht: ein multifunktionales Mäusekino. Offensichtlich inspiriert von den zeitgenössischen Sendungen wie “Zurück in die Zukunft” und “Knight Rider” wurden die Instrumente in (auch heute noch) futuristische, digitale Formen gegossen. Und manchmal, aber nur manchmal tut er es seinem Vetter K.I.T. gleich und fängt zu sprechen an (so ab 105 km/h).

Nicht unerwähnt sollte auch die massive Küchenarchitektur bleiben. Echtes Marmorimitat ziert die Oberfläche. Bei so viel Luxus, wird jede kulinarische Zubereitung eine Darbietung auf höchstem Niveau. Aber auch kleine Überraschungen hält Carre Vanderson bereit: für heitere Abende sorgt das allseits beliebte Gesellschaftsspiel “Looping Louie”. Einmal ausgepackt bleibt garantiert kein Auge trocken (sicher auch keine Kehle). Einzig die Bar sollte zwischendurch auf ausreichend Inhalt überprüft werden.

Wer es extravagant mag, begibt sich einfach auf eine ungeteerte Straße. Dann präsentiert Carre seine wohl außergewöhnlichste Qualität: wie aus dem Nichts zaubert er einen Sandsturm in das Innere der Kabine. Um die Schönheit und Anmut dieses Schauspiel zu beschreiben, reichen uns bekannte Worte kaum aus. Das Beseitigen der Kollateralschäden gibt einem die Gelegenheit, endlich mal wieder über die Freuden des Campens zu sinnieren.

Dabei sollte man sich dann auch einmal fragen, warum man beim Reisen durch Neuseeland sich wie bei einer Tour durch den Bayerischen Wald vorkommt. Ständig läuft einem ein Preuß (oder Württemberger) über den Weg. Auch wenn Carre’s Hülle japanischen Ursprungs ist, sein Herz schlägt Bayerisch. Rücken ihm zu viele davon zu nahe ans Blech, zeigt er Flagge und der Preuße sucht das Weite. Alle anderen finden Bayern eh geil.

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Ground Zero Fun Park.

Mittwoch, 8. Dezember 2010 11:27

ziemlich makaber oder?

Gefunden Nähe Himatangi Beach (New Zealand)

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Auckland-Rückblick.

Donnerstag, 11. November 2010 14:29

Vor lauter Arbeit hat mir in letzter Zeit, Lust und berichtenswerte Erlebnisse gefehlt, hier ständig Geschichten zu dichten. Da ich nun aber wieder auf Reisen bin, gibt’s ab jetzt wieder mehr oder weniger regelmäßig was auf die Augen.

Seit einer Woche bin ich wieder ohne festen Wohnsitz (und das kann man durchaus wörtlich nehmen). Ich werde damit anfangen, kurz zusammenzufassen, was die letzten 9 Monate so alles passiert ist. Und das natürlich wie immer, völlig wertfrei und ohne jegliche Überspitzung. Los geht’s:

Februar 2010 – Tsunami-Übung

Gleich am Anfang als ich hier angekommen bin, gab’s eine Tsunami-Warnung, wegen des Erdbebens in Chile. Die Riesenwelle hat sich auf die lange Reise vom südamerikanischen Kontinent gemacht, um an der neuseeländischen Ostküste mit der Wucht eines Wattebäuschchens aufzuschlagen (“Ui schau, ein Baby-Tsunami. Wie süüüß!”). Die Welle der Aufregung, die durchs Land ging, war zerstörerisch.

März 2010 – Besuch von daheim

Meine Schwester ist zu Besuch. Rein ins Auto und raus auf’s Land. Dass Auckland nicht Neuseeland ist, lässt sich auf der 2-wöchigen Tour zum ersten mal erahnen. Auf dieser Tour begegnet uns zum ersten mal auch das “Jafa-Gesicht”, das allen Auckländern bekannt sein dürfte. Dazu aber mehr in einem der nächsten Artikel…

Carre (mein Camper Van) ist auf der gesamten ersten Tour nur ein einziges mal ungewollt stehengeblieben und dabei beinahe abgeraucht. 5 Minuten später hat er offenbar zu Ende geraucht und mit viel Frischluft (Fenster und Schiebedach ließen sich nicht mehr schließen) ging’s dann weiter.

April 2010 – Geburtstagsfeier

Was war das ein Fest. Keine 2 Monate im Land und die Bude war voll. Gut – zugegebenermaßen habe ich 1/3 der Leute auf meiner Party nicht gekannt, aber so lernt man ja auch Menschen kennen (“just put another shrimp on the barby, mate”). Ich habe auch eine Flasche “Schnapps” geschenkt bekommen, die folgenden Spruch auf dem Etikett hatte: “His last word was Schnapps, and the angels carried him away …” Erzähl das mal einem bayrischen Stammtischbruder.

Mai 2010 – Ein Seeboot in Seenot

Mai war Tauchmonat. In Australien habe ich das Great Barrier Reef ausgiebig ertaucht und in Neuseeland sind wir ironischerweise beim Wrack-Tauchen, auf Grund gelaufen und dabei in Seenot geraten. Höhepunkt war, als sich unser Skipper in der Notboje verheddert hat und in klassischer Slapstick-Manier über Bord gegangen ist. Nicht mal “Schnapps” hat er gesagt, bevor er uns verließ …

Juni 2010 – Colenso BBDO

Für 2 Wochen war ich gebucht, am Ende waren es 5 Monate. Meine Arbeit bei Colenso BBDO hat mir neben dem Einblick in eine große Agentur und deren Abläufe, auch die neuseeländische Arbeitsauffassung näher gebracht. Entspannt und trotzdem sehr professionell, aber auch feierfreudig und selbstverliebt, wie man es von Agenturen aus anderen Ländern auch kennt. Allerdings haben die schier unglaubliche Anzahl an Preisen und Auszeichnungen – die allein in der Zeit, in der ich dort war, über Colenso ausgeschüttet wurden – ihren Teil zum offen zur Schau getragenen Selbstbewusstsein beigetragen … und vermutlich auch die Tatsache, dass Colenso den stylishsten Hausmeister von ganze Welt hat.

Juli 2010 – Winter in Neuseeland

So schön die alten viktorianischen Häuser in Neuseeland sind, so kalt sind sie auch. Keine Zentralheizung, keine Isolierung, jeden Tag Feuer machen. Da helfen nur warme Gedanken …

August 2010 – Immer noch Winter in Neuseeland

Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.

September 2010 – Erbeben in Canterbury

4:35 Uhr am Morgen: ein undefinierbares Rumpeln, Ächzen und Krachen ist zu vernehmen. Tassen und Kochtöpfe beginnen zu klappern, ringsum beginnt alles zu vibrieren. Balken, Dachziegel, ganze Mauerteile fliegen durch die Gegend, Häuser stürzen ein wie Kartenhäuser. Die Sonne verfinstert sich und am Himmel wird ein unbekanntes Objekt von fantastischen Ausmaßen erkennbar … ach nee, das war ja “Independence Day”…

In Canterbury und Christchurch war dann noch das Erdbeben. Aber die Kiwis haben einfach ein paar Witze gerissen und wieder aufbauen angefangen. So einfach geht das.

Oktober 2010 – Abschied aus Auckland

Mein letzter Monat hier in Auckland und der Abschied nähert sich unaufhaltsam. Abschied aus der Agentur, Abschied von meinen Freunden, Abschied von meiner Mitbewohnerin und danach Abschied vom Alkohol. Abschied feiern kann ganz schön auf die Leber gehen.

Hier noch ein kleines Potpourri an Eindrücken von den letzten Monaten hier in Neuseeland:

http://www.suitcasestories.de/bilder/38_new_zealand_left_overs

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Nur für Backpacker

Dienstag, 19. Oktober 2010 14:32

Backpacker in DevenportGefunden in Devenport (Auckland – NZ)

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Prollsonby Road.

Donnerstag, 14. Oktober 2010 10:27

Hey Alder, hab’sch kongrete Fierma gekründet. Vol krass, Alder! Weisch, machen wir die hardes bisnizz, äscht! So mit Zeusch und Dinge und Biatsches und so.

Proll auf Ponsonby Road

Gefunden auf Ponsonby Road (Auckland, NZ)

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Land der Glückseligkeit

Mittwoch, 13. Oktober 2010 12:53

Dieses Bild wird dem ein oder anderen ein Tränchen ins Auge drücken: 1 Liter Diesel für weniger als 1 Euro.

Diesel Preise in Neuseeland

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