Das Ende vom Lied …

Montag, 18. Juli 2011 20:26

Ist schon lustig: Da biste 719 Tage unterwegs, fährste mehr als 130000 km, benutzt 18 Züge, über 60 Busse, 12 Schiffe, 34 Flugzeuge, besuchst 25 Länder und mehr als 177 Orte, überschreitest 36 Grenzen, schießt mehr als 10000 Bilder, brauchst 3 Paar Schuhe und 5 Jeans auf, lernst das längste Wort der Welt kennen, lässt dich von russischen Soldaten feiern, wirst beinahe von ein paar Mongolen besoffen in der Wüste ausgesetzt, von Ladyboys ausgeraubt und von geschäftstüchtigen Chinesen zur Teaparty eingeladen, machst vietnamesische Obdachlose mit Schlangenschnaps glücklich, fährst mit 28 Kambodschanern und 8 Holztüren durch den Dschungel, fliegst für ein Bier nach Indonesien, lässt ein Erdbeben über dich ergehen, machst pazifisches Insel-Hopping, besteigst Gletscher und Vulkane (und rutschst sie auf dem Hosenboden wieder runter), trinkst ne halbe Flasche Scotch mit einem verrückten Kap Horn-Umsegler, machst Purzelbäume auf Rios Straßen, holst dir ne fette Lebensmittelvergiftung und wirst von der Höhenkrankheit drangsaliert, wirst deiner wichtigsten Dokumente beraubt und findest Familie in der Ferne wieder, lernst zwei neue Sprachen und zig Leute kennen und am Ende kommste da wieder raus, wo Du angefangen hast: daheim!

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Ein (vorerst) letztes Mal

Mittwoch, 28. September 2011 6:54

Der vorerst letzte Artikel hier bei den Suitecase-Stories wird zudem noch ein ganz kurzer. In Ecuador war ich nur eine Woche, da mir die Zeit davon gelaufen ist und der Heimflug bereits gebucht war. Neben einem Tauchgang, bei dem ich wegen Sauerstoffmangels einen Notaufstieg hinlegen musste, kann ich noch von einer schönen Familienzusammenführung berichten. Mein Cousin Hans hat mich netterweise in seinem Heim aufgenommen. Er lebt seit fast 30 Jahren in Südamerika und seit einigen Jahren in Quito. Bilder gibt’s (bis auf das Familienbild) keine, da mir ja meine Kamera in Peru gestohlen wurde.

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El Encuadernador Bañero

Freitag, 19. August 2011 3:29

Peru! Was für ein Land! Da klauen die einem den Pass, die Kamera, das Tagebuch und die Kreditkarten. Ständig wird man von der Souvenier-Mafia belagert. Und zu guter letzt wird einem bei jeder Gelegnheit südamerikanische Folklore in die Ohren geblasen.

Und trotzdem verlässt man das Land mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Denn trotz aller Gängeleien, die man als Tourist hier über sich ergehen lassen muss, begegnet man dann doch immer wieder außerordentlich netten Menschen. Taxifahrer zum Beispiel, mit denen man nach der obligatorischen und hart geführten Fahrpreis-Verhandlungsrunde ein interessantes oder wahlweise lustiges Gespräch führen kann.

Oder man sitzt für Stunden in einer Kneipe und unterhält sich mit zwei abgeranzten, zahnlosen, älteren Herren über Gott und die Welt und versteht dabei nur den weltlichen Teil, weil für’s Göttliche das Spanisch nicht ausreicht.

Oder in kleines, peruanisches Mädchen verliebt sich blitzartig im Internetcafé in Dich, bombardiert Dich mit Fragen und lässt dich kaum mehr gehen. Was soll man also von diesem widersprüchlichen Land halten?

Vielleicht findet man die Antwort draußen in der freien Natur: ob am Tititcaca-See mit seinen schwimmenden Inseln der Uros, über den Salcantay-Track, auf dem man über 4 Tage bis auf 4500 Meter hoch geht oder als Höhepunkt der Machu Picchu, den man über 2 Stunden Treppensteigen erreicht – Inka-Koller inklusive!

Man kann sich aber wahlweise auch in die Mühlen der peruanischen Bürokratie stürzen – wie in meinem Fall wegen Verlustes der Immigrations-Karte. Da kommt man sich dann schnell vor wie “El Encuadernador Bañero” (oder auf Deutsch: der Buchbinder Wanninger). In einem Punkt sind die Damen und Herren der Verwaltung deutlich flexibler: mit Schmiergeld flutschts tatsächlich deutlich schneller.

Egal wie – das Land lässt einen verwirrt zurück. Da gibt’s nur eine Lösung: man fährt einfach nochmal hin. :-)

Bilder von Peru gibt’s hier:

http://www.suitcasestories.de/bilder/53_peru

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Bolivien

Dienstag, 5. Juli 2011 10:39

Bolivien hat eine sonderbare Art seine Gäste zu begrüßen. Gleich hinter der Grenze wird man von einer freundlichen Lebensmittelvergiftung in Empfang genommen. Das ist besonders dann ein freudiges Ereignis, wenn man sich gerade auf dem Sprung zu einer 4-Tages-Tour durch die Anden-Region des Landes befindet. Löst man sich schließlich aus ihrem (Würge-)Griff, nimmt einen sicher gleich das nächste Begrüßungskommitee in seine Arme: die Höhenkrankheit. Die Symptome dieses Leidens manifestieren (oder besser vaporisieren) sich in Form von wirklich ausgedehnten Blähungen. Die Angst irgendwann sprichwörtlich zu platzen trägt nicht gerade zur bitter nötigen Entspannung bei. Also viel Luft um nichts?

Nicht ganz – auch das Atmen fällt einem auf einer Höhe von ca. 4000 Meter deutlich schwerer (und um dem gleich vorzubeugen: nein – nicht der Flatulenz wegen). Um das Triumvirat der Gebrechen zu vervollständigen, holt man sich am besten noch eine Erkältung ins Haus. Das ist aufgrund der höhenbedingten Kälte und der ganz sicher nicht für solche klimatischen Umgebungen geeigneten Ausrüstung des Reisenden auch überhaupt kein Problem.

Entsprechend mental und physisch vorbereitet, kann man sich mit Haut und Haar in die Hände der Hexe seines Vertrauens ergeben. Der ideale Ort hierfür ist der Hexenmarkt in La Paz. Dort werden einem allerhand abstruse Gewürzmischungen und -mittelchen unter die Nase gehalten. Der ganze Hokus-Pokus trägt zumindest zur Aufhellung des Gemüts bei. Wenn allerdings gar nix mehr hilft, dann rate ich (und meine Hexe) dazu, sich ein Lama-Fötus zu kaufen, welches man unterm Haus (respektive Hotel) vergräbt.  Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

Allen denjenigen, die nicht an die Macht der alternativen Medizin glauben, lege ich nahe, einfach mal nach Potosi zu fahren, um sich dort eine noch voll im Betrieb befindliche Silber-Mine anzuschauen. Die Melange aus klaustrophobischen Gefühl, das sich unweigerlich beim Krabbeln durch die engen Tunnel einstellt, und der Anblick der dort vorzufindenden Arbeitsbedingungen sollte selbst für eingefleischte Hypochonder als Schocktherapie ausreichend sein.

Wenn alle Stricke reißen, gibt es nur noch drei Möglichkeiten:

1. Man kauft sich eine Flasche des dort gern gesehenen (und noch viel lieber getrunkenen) 96-prozentigen Alkohols, trinkt ihn selbst oder opfert ihn “El Tio”, dem Schutz-Gott der Minenarbeiter. Damit die Therapie auch anschlägt, sollte man sich dazu immer ein paar Coca-Blätter hinter die Backen schieben.

2. Man stürzt sich mit seinem Mountain-Bike die weltbrühmte, 60km lange Death-Road hinunter. Aber das wäre ja zu einfach.

3. Oder man kauft sich eine Stange Dynamit auf dem “Miners-Market” und stellt sicher, dass man sich wenigstens mit einem ordentlichen Knall aus Boliven verabschiedet.

Bilder aus Bolivien gibt’s hier:

http://www.suitcasestories.de/bilder/52_bolivia

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Neu im Blog

Sonntag, 3. Juli 2011 6:40

Ich habe für alle Lesefaulen und zur besseren Übersicht alle bisherigen Bilder auf eine Seite gepackt. Die Übersicht ist unter Seiten – “Foto-Galerie” zu finden.

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2 Jahre auf Wanderschaft.

Freitag, 17. Juni 2011 4:14

Jetzt hab ich’s doch glatt versemmelt: am  7. Juni warens 2 Jahre, in denen ich unterwegs bin. Egal – a bisserl geht’s noch weiter :-)

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Explosive Ladung.

Mittwoch, 15. Juni 2011 10:11

Meine erste Stange Dynamit. Damit geh’ ich mir ein Lama sprengen. Das machen wir hier so, in Bolivien … Lamas sprengen!

Gekauft in Potosi (Bolivien)

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Das geht ja mal gar nicht!

Dienstag, 14. Juni 2011 6:27

Also nee …. nee, nee, nee, nee! Echt nicht! Muss man das denn sein? Muss man denn wirklich nach Brasilien? Och nee, oder? Nur um ein bißchen Fußballzauber und Samba-Rhythmen zelebriert zu sehen? Oder villeicht wegen der paar paradiesischen Strände, worauf sich dann wohl noch nicht mal allzu hässliche Mädchen, gehüllt in einen Hauch von nichts, präsentieren? Ekelhaft oder?

Und dann noch dieser Moloch – Rio de Janeiro. Was hat die Stadt denn bitte schön schon zu bieten? Diesen Typ da auf’m Berg vielleicht, der mit seinen ausgestreckten Armen aussieht, wie ein überdimensionierter Wäscheständer? Oder etwa die diversen Salsa-Partys, auf denen man dann evtl. auch noch Spaß haben soll? Soweit kommt’s noch!

Und dann … dann gibt’s da noch diese Favela-Partys – da fährt man dann in’s Ghetto raus! In’s Ghetto!!! Das muss man sich mal vorstellen. Wer will denn bitte sowas sehen? Da fährt man zu einer Uhrzeit raus, wo anständige Menschen schon längst im Bett liegen und dann fällt einem bei der Lautstärke der Musik zunächst das Trommelfell und anschließend die Kinnlade raus! Menschen-Massen, die sich in grotesker Weise tanzend aneinanderreiben und so eine Art Befruchtungstanz betreiben! Ein Sündenpfuhl, sag ich euch. Nicht zum Mitansehen!

Und wenn ich schon mal dabei bin – diese Menschen in Brasilien: da lässt man sich schon mal herab und redet mit denen und was passiert – die sind auch noch nett! So nett sogar, dass sie bei jeder sich bietenden (oder nichtbietenden) Gelegenheit ihre überbordende Gastfreundlichkeit in die Tat umsetzen müssen. Das drückt sich dann so aus, dass jede greifbare Frau einfach abgeknutscht wird, ob sie will oder nicht! Das passiert hier natürlich nur ausd Gastfreundlichkeit. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Jaha, so sind die hier. Oder das hier: Läufste nichts ahnend in ‘nen Döner-Laden rein und wirst von der brasilianischen Ladenbesitzerin auf Schwäbisch begrüßt. Das ist doch unverschämt. Was denkt die sich denn? Da hätte ich ja gleich daheim bleiben können, oder? Am Ende telefoniert sie noch Gott und die Welt ab, um dir den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen! Wie bitte? Angenehm? In dem Land? Was soll das denn? Da ist doch Hopfen und Malz verloren!

Was bleibt einem bei solchen Verhältnissen anderes übrig, als sich das Land mit Caipirinha schön zu saufen. Echt wahr. Aber wenigstens haben sie den im Überfluss. Das Zeug verträgt nur kein Mensch. Da machst du die verrücktesten Sachen, das sag ich euch. Purzelbäume auf Rio’s nächtlichen Straßen zum Beispiel. Und die Straßen Rio’s sind ein hartes Pflaster – das kann ich euch sagen! Aber nicht einmal dagegen haben sie Vorkehrungen getroffen, in diesem verkorksten Land …

Das einzige was einem in diesem Land wirklich hält, ist der wunderschöne Klang des Portugiesischen. Selten hat man eine Sprache gehört, die einen mit ihren unvergleichlichen Nasal-Lauten und ihrer vollendeten Melodieführung so vollständig fesselt. Das lässt einen auf Anhieb all die Schattenseiten Brasiliens vergessen und man überlegt sich, doch noch ‘ne Woche dran zu hängen. Wahre Geschichte – ehrlich!

Wer sich jetzt auch noch antun will, die dazugehörigen Bilder anzugucken, der soll das am besten hier tun. Ich will aber keine Beschwerden hören – ich hab Euch ausführlich gewarnt:

http://www.suitcasestories.de/bilder/50_brasilien

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Heute aus der Reihe: Stehen wie Kakteen III

Sonntag, 12. Juni 2011 2:21

Gefunden im “Los Cartones” National Park (Argentinien)

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Heute aus der Reihe: Stehen wie Kakteen II

Donnerstag, 9. Juni 2011 0:23

Gefunden im “Los Cartones” National Park (Argentinien)

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