Beitrags-Archiv für die Kategory 'Reise'

MacGyver hat in Santiago seine eigene Straße …

Mittwoch, 30. März 2011 13:44

Gefunden in Santiago de Chile

Thema: Chile, Reise, Shorts | Kommentare (0) | Autor:

Deli very good.

Dienstag, 29. März 2011 2:27

Gefunden in Pucon (Chile)

Thema: Chile, Patagonien, Reise, Shorts | Kommentare (0) | Autor:

I feel happy.

Mittwoch, 9. März 2011 1:01

Pinguinkolonie in Punto Tombo (Patagonien – Argentinien):

Thema: Argentinien, Patagonien, Reise, Shorts, Videos | Kommentare (0) | Autor:

Déjà-vu!

Montag, 7. März 2011 1:46

Zehn Jahre ist es her, dass ich mir zum ersten mal meinen Rucksack umgeschnallt habe, um mich in eine Welt spektakulärer Natur, großartigen Städten und modrigen Jugendherbergen zu begeben. Frisco (damals durfte man das noch sagen) hieß mein erstes Ziel damals. Ziemlich genau zehn Jahre später kehre ich nun an den Ort zurück, der meine Backpacker-Karriere begründet hat. Leider hatte ich nur zwei Tage für den Ort, in dem alles begann. Dennoch waren es zwei intensive Tage, in denen ein Déjà-vu das nächste jagte. Unzählige Erlebnisse haben sich einfach wiederholt. Ich versuch sie dennoch zu zählen:

Ein bisschen Nostalgie musste schon sein. Nach meiner Ankunft, habe ich mich erstmal ins HI San Francsico Fisherman’s Wharf eingecheckt – dasselbe Hostel wie beim letzten mal (klick). Lustigerweise bin ich auch noch im selben Zimmer untergekommen (klick). Einziger Unterschied: dieses mal wurden mir in der Nacht keine Traveller-Schecks geklaut … ich hatte nämlich keine dabei (man lernt ja dazu).

Um zu sehen, wie sich die Stadt über die Jahre verändert hat, bin ich die wichtigsten Sightseeing-Punkte abgelaufen: Little Italy (klick), China-Town (klick), CBD (klick), Fisherman’s Wharf (klick) und Twin Peaks (klick). Die Sprachschule am Hallidie Plaza, in der ich vor 10 Jahren war, ist allerdings ungezogen.
Zu den Must-Dos in San Francisco gehört, dass man City Lights Books aufsucht und sich dort ein Buch kauft. Damals wie heute gehört dieser Bücherladen zu den Institutionen in SF. Dass ich mir im gleichen Buchshop (klick) ein Buch zulegen würde, war aus eben genannten Gründen nachvollziehbar. Dass es aber auch ein Buch desselben Autors wird (klick) war eher ungeplant. Ich neige wohl doch mehr zur Sentimentalität als gedacht. Soweit birgt das ganze relativ wenig Überraschendes, weil ich das ja alles selbst in der Hand hatte. Wirklich interessant wird es aber beim nächsten Erlebnis:

Vor 10 Jahren bin ich eines Abends, auf dem Weg zurück zum Hostel, zufällig an einem Club vorbeigelaufen – dem “Biscuits & Blues” Club. Was ich damals nicht wusste, ist, dass dieser Club eine Art Institution in Sachen Live-Musik in San Francisco ist. Wie es der Zufall will, hab ich damals gesehen, dass meine Lieblings-Bluesband an jenem Abend einen Auftritt haben wird. Vom Glück meiner Entdeckung überwältigt, habe ich mir sofort ein Ticket rausgelassen und konnte später am Abend einem extrem unterhaltsamen Live-Gig beiwohnen.

Mit dieser Erinnerung im Hinterkopf habe ich mich also am Abend im Hostel an den Computer begeben, um nach Tourdaten von Rod Piazza & The Mighty Flyers (die besagte Bluesband) zu suchen. Man weiß ja nie. Und wie es der Zufall so will, spielt die Band ausgerechnet an dem einen Abend, an dem ich in San Francisco bin, in genau demselben Club wie vor 10 Jahren (klick). Unglaublich oder? Hinterher habe ich erfahren, dass die schon einige Jahre nicht mehr gespielt hatten …

Ich konnte das erst gar nicht glauben und nachdem ich mich in den Arm gezwickt habe, um zu testen, ob ich auch sicher nicht träume, musste ich mich auch schon auf die Socken machen, denn in einer Stunde war Anpfiff (oder Anschlag? Nee, zu negativ besetzt. Anspiel? Wieder zu fußballlastig. Ach, egal …) Also nicht lange gezögert, rein in den Bus und ab in die Stadt. Nur dumm, dass der Busfahrer eher “raus aus der Stadt” im Sinn hatte.

Offensichtlich waren diese zwei Richtungskonzepte schwer miteinander zu vereinbaren und ungünstigerweise kam die Erkenntnis dessen erst relativ spät zum Vorschein, so dass ich eine ziemliche Odysee hinter mich bringen musste, um doch noch rechtzeitig in den Blues-Club meines Vertrauens zu kommen. Eines der letzten Tickets konnte ich ergattern (klick) und wie damals wurde mir ein Barhocker direkt neben dem Mischpult zugewiesen (klick). Ich könnte schwören, der Typ links von mir war gleiche Typ wie vor zehn Jahren (ähm – klick?). Mit dem Unterschied, dass ich mich diesmal mit ihm unterhalten konnte (mein Englisch hat sich seitdem leicht verbessert) und mit ihm nun einen weiteren passionierten Blues-Freund und wandelndes Freizeit-Blues-Lexikon zu meinen Facebook-Freunden zählen darf.

Der Auftritt war wie immer ausgesprochen GEIL (sorry Mama – und klick). Ich habe mir eine CD gekauft (klick) und sie signieren lassen (klick) und dabei Honey Piazza (der Keyboarderin) diese Geschichte erzählt. “I see you in ten years then!” war ihr Kommentar dazu :-)

Nach so viel Aufregung musste ich meinen zweiten Tage etwas gediegener angehen lassen. Pizza-Essen in Little Italy und danach wohlgestärkt zur Golden Gate Bridge. Damals hat sich das Überqueren der Brücke wie so eine Art Erweckungserlebnis angefühlt. Diesmal war es nicht ganz so emotional, aber nicht weniger schön (klick). Und ich bin mir sicher, Goldie (wie ich die Brücke liebevoll nenne) ging’s ist bei unserem Wiedersehen genauso: vor lauter Verlegenheit ist sie – glaube ich – ein bisschen rot geworden …

P.S.: Ich weiße jegliche Spekulationen zurück, die die Autorenschaft dieses Berichtes einem 10jährigem zurechnet, der gerade zu Weihnachten ein Feuerwehrauto bekommen hat, auch wenn eine ähnliche Gefühlslage seitens des Autors nicht abgestritten werden kann.

P.P.S.: Hat jemand die Klicks gezählt?

Bilder von San Francisco gibt’s hier:

http://www.suitcasestories.de/bilder/44_san_francisco

Thema: Reise, USA | Kommentare (4) | Autor:

Aloha!

Donnerstag, 3. März 2011 3:25

Mit großen Erwartungen bin ich nach Hawaii gekommen, das Land, das als Synonym für Strandurlaub und Surfen steht wie kein anderes. Außerdem gibt es hier noch viele weitere Einzigartigkeiten: wo kann man schon einen feuerspeienden Vulkan aus der Nähe betrachten, dank dessen das Island von Tag zu Tag größer wird? Wo kann man schon Brennnesseln sehen, die nicht brennen. Oder Minze die nicht minzt? Wo kann man schon beobachten, wie Fuchs und Hase sich abends “Aloha” sagen. Und zu guter letzt: wo gibt’s schon eine Stadt, die eher nach einer Sexual-Praxis einer thailändischen Prostituierten klingt als nach einer Millionenstadt?

Ich war zunächst überrascht, als ich in Honolulu angekommen bin, dass trotz des Breitengrades, das Klima angenehm gemäßigt ist. Im Gegensatz zu Fiji, wo deine Klamotten durch die Luftfeuchtigkeit innerhalb von Sekunden zur Textildusche verkommen, ist das Klima hier recht angenehm.

Was auch sofort auffällt, ist, dass man hier – im Gegensatz zu Neuseeland – wieder auf der rechten Straßenseite Auto fährt (“The right side is the right side, right?”). Dass mag zum einen daran liegen, dass (auch wenn die polynesischen Gemeinsamkeiten deutlich größer sind) Hawaii nicht Neuseeland ist, sondern der 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch ohne dieses Wissen, würde man darauf ziemlich schnell selbst kommen. Auffällig viele dicke Menschen, überdimensionierte Autos, breite Straßen, die obligatorische amerikanische Flagge an jeder Ecke und Fastfood-Restaurants soweit das Auge reicht sind eindeutige Indikatoren für den amerikanischen Einfluss. Ich habe sogar eine Kirche mit angedocktem Burger King gesehen. Kulinarisch also ein absoluter Höhepunkt meiner bisherigen Reise. Ich habe schon lange nicht mehr für so wenig Geld so schlecht gegessen …

Wenn man dem amerikanischen Kulturschock etwas entkommen möchte, muss man schnellstmöglich runter von der Hauptinsel und sich eine der anderen sieben Inseln ansehen. In meinem Fall war das “The Big Island” – oder, um die Verwirrung perfekt zu machen – Hawai’i. Natürlich entkommt man auch hier nicht komplett dem “Amerikanismus”. Aber immerhin geht’s hier etwas lockerer zu und man trifft auch öfters auf native Hawaiianer. Aber es sind nicht etwa Hautfarbe oder Gesichtszüge, die einen echten Hawaiianer auszeichnen – es ist die Art der Begrüßung. Ständig trifft man auf Menschen, die einem mit geschlossener Faust, abgespreiztem Daumen und kleinem Finger entgegenwinken, den sogenannten Shaka. Das sieht ein bisschen aus wie unsere “Ich ruf dich an”-Handbewegung. Nur dass dich danach keiner anruft.

Dennoch: landschaftlich hat Hawaii einiges zu bieten. Wie eingangs erwähnt, gibt es hier einen aktiven Vulkan. Auch wenn das Lava-Watching nicht ganz so spektakulär ausfällt wie erhofft, bekommt man doch einen Eindruck davon, wie kraftvoll und wie prägend die Vulkane für die Umwelt in Hawaii sind. Wenn man durch den Volcanoes National Park fährt könnte man meinen, man ist plötzlich auf dem Mars gelandet. Beinahe unendlich muten die trockenen Vulkangesteinsfelder an, die man durchkreuzt. Und um so erstaunlicher ist, dass sich die Natur peu à peu durch das Gestein zurückkämpft und mit leuchtendem Grün die Insel überzieht.

All das kann man sich aus nächster Nähe ankucken. Und (in alter amerikanischer Tradition) muss man dazu nicht einmal das Auto verlassen. Einzig der Drive-In zum Krater ist momentan gesperrt. Die Gefahr als toxisches Chicken McNuggets zurückzukommen war den zuständigen  Behörden dann wohl doch zu groß.

Zu guter letzt muss noch eine weitere Seite Hawaiis erwähnt werden. Neben wohl-situierten Otto-Normal-Amerikanern und aufstrebenden Starlets in Honolulu, den auf die nächste perfekte Welle wartenden und meist zugedröhnten Surfern am Northshore, trifft man noch auf einen dritten Menschenschlag: den Esoteriker. Dieser, in dieser Häufigkeit wohl einzigartig in der Welt auftretende Menschentyp, ist relativ einfach auszumachen: in rauschend-bunte Tüchern gehüllt, mehr schweben als gehend, trifft man diese meist weibliche Spezies in seeligem Lächeln an, während sie sich mit anderen (Pseudo-)Hippies in homogenen Trommelkreisen in Trance spielt und dabei scheinbar irgendwo im Nirvana in ihrer Sinnsuche aufgeht, um anschließend dieses “total energetische” Erlebnis unbedingt mit dir teilen zu wollen – ob du willst oder nicht. Bei soviel Harmonie bleibt mir nur leise “Aloha!” zu sagen …

Bilder von Hawaii gibt’s hier:

http://www.suitcasestories.de/bilder/42_hawaii_oahu

http://www.suitcasestories.de/bilder/43_hawaii_the_big_island

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Die südlichste Toilette der USA …

Donnerstag, 17. Februar 2011 13:40

Gefunden am South Point (The Big Island, Hawaii)

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Rallye-Rolly.

Samstag, 12. Februar 2011 12:26

Gefunden im Pu’uhonua National Park (The Big Island, Hawaii)

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Bula! Bula! Bullllllaaaaa!

Samstag, 12. Februar 2011 6:58

Musikalisch geht es zu auf Fiji. Das merkt man gleich bei der Ankunft. Schon am Flughafen in Nadi bekommt man eine musikalische Geschmacksprobe des Landes serviert. Die Band spielt Fiji-Folklore und genaus diese Melodien begleiten einen auf der gesamten Reise. Ob beim Essen, beim Kawa-Ritual (Kawa ist ein milchiges, alkoholisches Getränk, das aus einer Wurzel gewonnen wird und im Prinzip nach dreckigigem Wasser schmeckt), in der Kirche oder am Strand – Live-Musik ist ein ständiger Begleiter. Genauso wie das freundliche “Bula!”, das so viel bedeutet wie “Willkommen”, aber im Prinzip in allen erdenklichen Situationen eingesetzt wird. Von allen Seiten schallt es einem entgegen und besitzt seine eigene Melodik.

Freundlichkeit ist hier eine Selbstverständlichkeit. Im Gegensatz zu Südostasien, versuchen die Menschen einen nicht ständig über den Tisch zu ziehen, sondern freuen sich aufrichtig, dass man hier ist, und sich für ihr Land interessiert. Wie könnte man auch nicht: Fiji kommt der Bedeutung des Wortes “Paradies” ausgesprochen nahe. Sich viel Sonne (trotz Regenzeit) auf die Haut brennen lassen, an traumhaften Stränden liegen, in der Hängematte unter Palmen lungernd, Cocktails aus Kokosnüssen schlürfen, wunderschöne Korallen-Reefs beschnorcheln oder wahlweise ertauchen und sich anschließend mit leckerem Essen den Bauch vollstopfen – es bleiben kaum Wünsche offen. Man kann so richtig schön die Seele baumeln lassen … soweit die Theorie.

Man kann sich aber auch der anderen Seite (der Macht) hingeben. Beach-Volleyball mit den Einheimischen beispielsweise. Da wird man schnell als Touri zur Schießbudenfiguren degradiert. Lässt man sich ausnahmsweise nicht von einem Einheimischen abschießen, kann man sich sich auch alternativ einfach die Zehen brechen. Oder man geht in eine der wunderschönen Höhlen, die mit Meereswasser gefüllt, eine ideale Vorraussetzung für’s Klettern bieten. Ziel der ganzen Anstrengung ist der anschließende Sprung ins Wasser, der den Adrenalienspiegel hochschnellen lässt. Man sollte allerdings immer schön die Reihenfolge einhalten: Erst hochklettern, dann abspringen und nicht bereits beim Hochklettern den Weg nach unten wieder antreten. Dabei kann es nämlich passieren, dass man die ein oder andere Extremität an der Wand hängen lässt. Hätte einem ja auch einer sagen können oder?

Wenn man sich dann vor lauter Verletzungen und (Freizeit-)Stress nicht mehr bewegen kann oder will, wendet man sich am besten wieder der freundlicheren Seite Fijis zu. Krabben-Rennen zum Beispiel. Oder Wedding-Watching. Oder CHEERS (also “Chess with Beers”).

Cheers wurde zu einer Art Obsession von mir und meinem Namenskollegen Toby, mit dem ich für ein paar Tage zusammen unterwegs war (allein schon des Namens wegen). Und auch die restlichen Reisenende hatten ihren Spaß uns bei unser täglichen Gehinrakrobatik zuzusehen. Wobei ich eher glaube, dass sie vor allem Spaß daran hatten, immer dann, wenn wir völlig in unser Spiel versunken waren, einfach mal “Toby” hineinzurufen, um dabei zwei völlig verwirrte Köpfe herumschnellen zu sehen.

Bilder von Fiji gibt’s hier:
http://www.suitcasestories.de/bilder/41_fiji_yasawas

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Kultur und Natur.

Freitag, 14. Januar 2011 16:58

Wenn man so durch Neuseeland reist, könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, man ist im Bayerischen Wald unterwegs. Man trifft dort auf fast genauso wenige Kiwis (und genauso viele Deutsche). Wenn man dann doch den einen oder andere Bewohner treffen möchte, sollte man sich am besten in einer Maori-Kneipe einfinden. Nachdem die ersten kritischen Blicke ausgetauscht und die anfängliche Befremdung überwunden ist, kann man den Einheimischen bei unterschiedlichsten traditionellen Maori-Riten zusehen. Einige dieser Riten beinhalten das Einflößen alkohlischer Substanzen zum Erreichen eines transzendenten Zustandes, rhetorisches Säbelrasseln mit anschließender Tanzeinlage und beschwingtem Fäusteaustausch (oder auch Alltags-Haka genannt), Einbinden der Fremdländer durch Annäherungsversuche ohne Umschweife (unabhängig vom Geschlecht aber mit unterschiedlicher Intuition), Knüpfung geschäftlicher Kontakte auf halblegaler Basis und Verbrüderung mit anschließendem Hongi (Naseaneinanderreiben zur gegenseitigen Verabschiedung und Wertschätzung). Willkommen im Maori-Land.

Gerade das East Cape auf der Nordinsel Neuseelands ist noch am stärksten von den Ureinwohnern besiedelt. Selbst das ungeschulte Auge erkennt das sofort, denn je näher man der Ostküste kommt, ums so tiefer liegen die Autos. Und um so breiter werden die Muttis die darin sitzen. Das kann man sich ein bisschen wie ein R’n'B-Musikvideo vorstellen, nur eben mit weiblichen Gangstern (und ohne Slow-Motion-Effekt).

Landschaftlich ist das East Cape aber auch sehenswert. Man kann dort zum Beispiel an einem Leuchtturm beobachten, wie das Sonnenlicht zum ersten mal am Tag Festland auf der Erde erreicht. Weiter östlich geht es nicht. Und noch ein Licht geht einem auf, wenn man so durchs Land fährt: die Kiwis lieben ihre Extreme. In Neuseeland gibt es die steilste Straße der Welt, die seltensten Tierarten, den höchsten Turm der südlichen Hemisphäre und – auch wenn das nicht offiziell gelistet wurde – die meisten Kunst-Galerien der Welt. In jedem Kuhkaff findet man mindestens ein Schild, das auf eine öffentliche oder private Kunst-Galerie hinweist. Die Qualität der dort gezeigten Arbeiten stellt weitere Rekorde auf. Das Spektrum reicht von “hässlichstes künstlerisches Tassendesign der südlichen Hemisphäre” über “gelangweilteste Hausfrau mit höchstem Künstleranspruch der Welt” bis bin zum “talentfreiester Künstler des ganzen Universums”. Besonders auf der Südinsel scheinen die künstlerischen Ambitionen der Menschen sehr stark ausgeprägt zu sein.

Wie gut, dass man sich bei soviel Kunst und Kultur einfach in die Natur retten kann. Denn davon hat Neuseeland extrem viel zu bieten. Es gibt hier Orte, die sind zum Weinen schön. Einer davon heißt sogar Paradise (und ist auch nicht weit davon entfernt, eines zu sein). Andererseits könnten die feuchten Augen aber auch von den tausenden von Stichen kommen, die man sich hier von den Sandflies einfängt. Einmal gestochen, tausenmal gekratzt – und schon hat man garantiert die nächsten drei Wochen eine schöne Erinnerung an einen schönen Ort.

Die Fauna Neuseelands hat glücklicherweise noch mehr zu bieten. Neben Wale, Delfine, Taucher, Robben, Kiwis, Seelöwen und – elefanten sind v.a die Pinguine sensationell. In Oamarau kann man die Tiere hautnah erleben. Man setzt sich bei Dämmerung einfach an’s Pier und wartet. Es dauert nicht lange bis man umgeben von kleinen Frackträgern ist, die sich auf ihren Weg zur Bettruhe machen. Vorher wird aber noch ordentlich Lärm gemacht.

Und wer von nun immer noch nicht den Reiz dieses Landes erkannt hat, der sollte sich in Christchurch zum Frühstück in ein Cafe sitzen und einfach darauf warten, dass einem ein Ziegel aufs Frühstücksteller fällt. Weil dann zeigt Mutter Erde seine wahre Stärke und rüttelt uns wieder richtig wach. Oder war’s doch nur der Subwoofer der vorbeifahrenden Maori-Gang?

Bilder gibt’s hier:

North Island: http://www.suitcasestories.de/bilder/39_new_zealand_north_island

South Island: http://www.suitcasestories.de/bilder/40_new_zealand_south_island

Thema: Neuseeland, Reise | Kommentare (2) | Autor:

Heute aus der Reihe: Touristen fotografieren Touristen

Dienstag, 11. Januar 2011 13:03

Gesehen in Toetoes Bay (NZ)

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