El Encuadernador Bañero

Peru! Was für ein Land! Da klauen die einem den Pass, die Kamera, das Tagebuch und die Kreditkarten. Ständig wird man von der Souvenier-Mafia belagert. Und zu guter letzt wird einem bei jeder Gelegnheit südamerikanische Folklore in die Ohren geblasen.

Und trotzdem verlässt man das Land mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Denn trotz aller Gängeleien, die man als Tourist hier über sich ergehen lassen muss, begegnet man dann doch immer wieder außerordentlich netten Menschen. Taxifahrer zum Beispiel, mit denen man nach der obligatorischen und hart geführten Fahrpreis-Verhandlungsrunde ein interessantes oder wahlweise lustiges Gespräch führen kann.

Oder man sitzt für Stunden in einer Kneipe und unterhält sich mit zwei abgeranzten, zahnlosen, älteren Herren über Gott und die Welt und versteht dabei nur den weltlichen Teil, weil für’s Göttliche das Spanisch nicht ausreicht.

Oder in kleines, peruanisches Mädchen verliebt sich blitzartig im Internetcafé in Dich, bombardiert Dich mit Fragen und lässt dich kaum mehr gehen. Was soll man also von diesem widersprüchlichen Land halten?

Vielleicht findet man die Antwort draußen in der freien Natur: ob am Tititcaca-See mit seinen schwimmenden Inseln der Uros, über den Salcantay-Track, auf dem man über 4 Tage bis auf 4500 Meter hoch geht oder als Höhepunkt der Machu Picchu, den man über 2 Stunden Treppensteigen erreicht – Inka-Koller inklusive!

Man kann sich aber wahlweise auch in die Mühlen der peruanischen Bürokratie stürzen – wie in meinem Fall wegen Verlustes der Immigrations-Karte. Da kommt man sich dann schnell vor wie “El Encuadernador Bañero” (oder auf Deutsch: der Buchbinder Wanninger). In einem Punkt sind die Damen und Herren der Verwaltung deutlich flexibler: mit Schmiergeld flutschts tatsächlich deutlich schneller.

Egal wie – das Land lässt einen verwirrt zurück. Da gibt’s nur eine Lösung: man fährt einfach nochmal hin. :-)

Bilder von Peru gibt’s hier:

http://www.suitcasestories.de/bilder/53_peru

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Datum: Freitag, 19. August 2011 3:29
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