Beiträge vom November, 2010

Auckland-Rückblick.

Donnerstag, 11. November 2010 14:29

Vor lauter Arbeit hat mir in letzter Zeit, Lust und berichtenswerte Erlebnisse gefehlt, hier ständig Geschichten zu dichten. Da ich nun aber wieder auf Reisen bin, gibt’s ab jetzt wieder mehr oder weniger regelmäßig was auf die Augen.

Seit einer Woche bin ich wieder ohne festen Wohnsitz (und das kann man durchaus wörtlich nehmen). Ich werde damit anfangen, kurz zusammenzufassen, was die letzten 9 Monate so alles passiert ist. Und das natürlich wie immer, völlig wertfrei und ohne jegliche Überspitzung. Los geht’s:

Februar 2010 – Tsunami-Übung

Gleich am Anfang als ich hier angekommen bin, gab’s eine Tsunami-Warnung, wegen des Erdbebens in Chile. Die Riesenwelle hat sich auf die lange Reise vom südamerikanischen Kontinent gemacht, um an der neuseeländischen Ostküste mit der Wucht eines Wattebäuschchens aufzuschlagen (“Ui schau, ein Baby-Tsunami. Wie süüüß!”). Die Welle der Aufregung, die durchs Land ging, war zerstörerisch.

März 2010 – Besuch von daheim

Meine Schwester ist zu Besuch. Rein ins Auto und raus auf’s Land. Dass Auckland nicht Neuseeland ist, lässt sich auf der 2-wöchigen Tour zum ersten mal erahnen. Auf dieser Tour begegnet uns zum ersten mal auch das “Jafa-Gesicht”, das allen Auckländern bekannt sein dürfte. Dazu aber mehr in einem der nächsten Artikel…

Carre (mein Camper Van) ist auf der gesamten ersten Tour nur ein einziges mal ungewollt stehengeblieben und dabei beinahe abgeraucht. 5 Minuten später hat er offenbar zu Ende geraucht und mit viel Frischluft (Fenster und Schiebedach ließen sich nicht mehr schließen) ging’s dann weiter.

April 2010 – Geburtstagsfeier

Was war das ein Fest. Keine 2 Monate im Land und die Bude war voll. Gut – zugegebenermaßen habe ich 1/3 der Leute auf meiner Party nicht gekannt, aber so lernt man ja auch Menschen kennen (“just put another shrimp on the barby, mate”). Ich habe auch eine Flasche “Schnapps” geschenkt bekommen, die folgenden Spruch auf dem Etikett hatte: “His last word was Schnapps, and the angels carried him away …” Erzähl das mal einem bayrischen Stammtischbruder.

Mai 2010 – Ein Seeboot in Seenot

Mai war Tauchmonat. In Australien habe ich das Great Barrier Reef ausgiebig ertaucht und in Neuseeland sind wir ironischerweise beim Wrack-Tauchen, auf Grund gelaufen und dabei in Seenot geraten. Höhepunkt war, als sich unser Skipper in der Notboje verheddert hat und in klassischer Slapstick-Manier über Bord gegangen ist. Nicht mal “Schnapps” hat er gesagt, bevor er uns verließ …

Juni 2010 – Colenso BBDO

Für 2 Wochen war ich gebucht, am Ende waren es 5 Monate. Meine Arbeit bei Colenso BBDO hat mir neben dem Einblick in eine große Agentur und deren Abläufe, auch die neuseeländische Arbeitsauffassung näher gebracht. Entspannt und trotzdem sehr professionell, aber auch feierfreudig und selbstverliebt, wie man es von Agenturen aus anderen Ländern auch kennt. Allerdings haben die schier unglaubliche Anzahl an Preisen und Auszeichnungen – die allein in der Zeit, in der ich dort war, über Colenso ausgeschüttet wurden – ihren Teil zum offen zur Schau getragenen Selbstbewusstsein beigetragen … und vermutlich auch die Tatsache, dass Colenso den stylishsten Hausmeister von ganze Welt hat.

Juli 2010 – Winter in Neuseeland

So schön die alten viktorianischen Häuser in Neuseeland sind, so kalt sind sie auch. Keine Zentralheizung, keine Isolierung, jeden Tag Feuer machen. Da helfen nur warme Gedanken …

August 2010 – Immer noch Winter in Neuseeland

Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.

September 2010 – Erbeben in Canterbury

4:35 Uhr am Morgen: ein undefinierbares Rumpeln, Ächzen und Krachen ist zu vernehmen. Tassen und Kochtöpfe beginnen zu klappern, ringsum beginnt alles zu vibrieren. Balken, Dachziegel, ganze Mauerteile fliegen durch die Gegend, Häuser stürzen ein wie Kartenhäuser. Die Sonne verfinstert sich und am Himmel wird ein unbekanntes Objekt von fantastischen Ausmaßen erkennbar … ach nee, das war ja “Independence Day”…

In Canterbury und Christchurch war dann noch das Erdbeben. Aber die Kiwis haben einfach ein paar Witze gerissen und wieder aufbauen angefangen. So einfach geht das.

Oktober 2010 – Abschied aus Auckland

Mein letzter Monat hier in Auckland und der Abschied nähert sich unaufhaltsam. Abschied aus der Agentur, Abschied von meinen Freunden, Abschied von meiner Mitbewohnerin und danach Abschied vom Alkohol. Abschied feiern kann ganz schön auf die Leber gehen.

Hier noch ein kleines Potpourri an Eindrücken von den letzten Monaten hier in Neuseeland:

http://www.suitcasestories.de/bilder/38_new_zealand_left_overs

Thema: Neuseeland, Reise | Kommentare (0) | Autor: