Die Achse des Bösen.
Nachdem ich mich ja im letzten Artikel vor allem ums Übersinnliche gekümmert habe, geht’s heute wieder mehr ums Weltliche. Korea hat noch einiges zu bieten. Welches Land kann schon von sich behaupten eine Achse des Bösen sein eigen nennen zu können. Ich wähle diese Formulierung ganz bewusst. Wenn man sich das Ganze von der südkoreanischen Seite her anschaut, dann bekommt man nämlich schnell den Eindruck, dass da Hollywood seine Finger im Spiel hatte.
Folgerichtig kommt der Besuch dieser “Attraktion” dann auch einer Fahrt ins Disneyland gleich. Nur dass auf die Besucher statt Achterbahn und Donald Duck, eben Fake-Dörfer und Kim Jong Ill auf nordkoreanischer Seite sowie Freedom-Dörfer und Reunification-Bahnhof auf südkoreanischer Seite warten. Höhepunkt der Tour ist dann die (für die Südkoreaner) bedauerliche Niederlage im Wettstreit um den höchsten Fahnenmasten. Ja so eine unvoreingenommene Sightseeing-Tour ins DMZ (Demilitarized Zone) wird da schnell zum Propaganda-Crashkurs. Als Werbeprofi sollte man ja immer etwas Propaganda-Werkzeug im Gepäck haben. Vielleicht kann ich die Tour ja als Fortbildungskurs von der Steuer absetzen.
Zum Thema Propaganda passt dann auch das Folgende:

Mich haut’s jedes Mal beinahe aus den Latschen wenn ich an einem buddhistischen (also vegetarischen) Restaurant oder Tempel vorbei laufe – zumindest solange, bis der Impuls die Hirnrinde erreicht hat. Ich weiß ja, dass die Swastika im Buddhismus eine lange Tradition hat und diese von den Nationalsozialisten missbraucht wurde. Aber trotzdem könnten die Koreaner schon ein bisschen Rücksicht auf uns Deutsche nehmen, oder? Und dann haben sie sie auh noch falsch herum aufgehängt …
Vermutlich waren die beim Aufhängen mal wieder voll Ginseng. Die Koreaner machen ja quasi alles aus Ginseng. Das Ginseng Medizin gegen alle möglichen und unmöglichen Krankheiten ist, wissen wir ja bereits. Aber dass man daraus auch Kaffee, Schnaps, Seife und sogar Putzmittel machen kann, war mir neu. Da kann es dann schon mal passieren, dass man aus Versehen zur Putzmittel- statt zur Schnapsflasche greift. Das könnte dann auch oben beschriebene Phänomene erklären.
Vielleicht ist aber der hohe Ginseng-Verbrauch auch Grund für das gute Aussehen und die gute Form, die sich die Koreanerinnen und Koreaner so im Schnitt zugelegt haben (ein schönes Wortspiel, das man versteht, wenn man Rhythm & Seoul gelesen hat). Ich versteh nur nicht, dass gerade die älteren Damen, dann ihr Gesicht häufig durch Mega-Sonnencaps schützen oder je nach dem ganz verhüllen. Das hier ist leider ein schlechtes Beispiel, illustriert aber dennoch das Angesprochene:

Das ist dann sozusagen die koreanische Burka. Oder so eine Art Schweißermaske. Oder die Damen sind einfach nur Darth Vader-Fans. Wo wir wieder bei der Achse des Bösen wären …
Bilder von meiner Tour an die nordkoreanische Grenze gibt’s hier:
http://www.suitcasestories.de/bilder/13_dmz